Menschenskinder, die wir da sind, vielleicht auf der Suche nach unserer Bestversion, hoffentlich, im Innern noch. Denn will man korrekt alt werden, ist das ein tückisches Unterfangen. Während das Äußere sich proaktiv in Falten wirft, wird im Inneren gebügelt und gestriegelt und an der Gesellschaftsfähigkeit geschliffen. Altern ist kuratiertes Abstumpfen. Und da führt kein Weg dran vorbei, niemand kann es sich leisten unabgestumpft rumzugehen. Sonst bleibt man staunend vor jedem Baum stehen und kommt aus dem Wundern nicht mehr raus; als ‘Erwachsener‘ muss man da aufpassen, sowas wirkt schnell suspekt, außerhalb des Klinikgeländes. Also macht man das nicht, und vieles andere auch nicht mehr. Und über kurz oder lang hat Neugierig den Chat verlassen; den Sinnen kommt nur noch „Sinnvolles“ in den Sinn und der Baum muss brennen, um ihn noch zu erkennen. Aber wenn das innere Kind brav ist und noch wach, dann malt es einem ein Bild: Von einer fetten Marionette mit Fäden über denen dekorative Letter schweben: Rutiine, Gewonhaid, Rehgln, Altaag. Och, das ist aber schön, findet man dann nicht. Aber, immer wenn es sich einstellt, das chronobiologische Pop-Up-Gefühl, wenn er einem so vertraut auf die Schulter tritt, der Ups-schon-wieder-ein-Jahr-rum-Gedanke, dann kann man sich das Kunstwerk nochmal anschauen. Und denken; schon ganz gut getroffen. Fehlt eigentlich nur noch die Augenklappe.