Bestwersion

Bestversion

Probleme? Her damit. Wir geben ihnen ein Zuhause. Schlechtes Gewissen? Wir gehen mit ihm um den Block. Ihr macht euch Vorwürfe? Wir werfen sie weg. Wir sind hier, um den Müll rauszubringen! Den ganzen Kram, der so anfällt und sich auftürmt, wenn man sie werden will: DIE BESTE VERSION seiner selbst. Oder was man dafür hält. Am besten geht das in der Basisversion, Luft nach oben, Beinfreiheit, Panoramablick. Wir hören ihr beim Denken zu: Liebe Bestversion, du schillerndste aller Imperative, lass dir sagen, hier braucht man ein Briefing. Welche Version soll das sein? Die Beste. Als Person muss man das vorher prüfen, denn niemand will aus Versehen Astronaut werden und die NASA schießt auch keine Friseure ins All. Also, was darfs sein. Die Wohlfühlversion? Die Planetenrettungs-Version? Die YOLO-mir-geht-es-gut-nach-mir-die-Flut-Version? Die Version, deren vollendete Körperkontur selbst die Götter neidisch macht? Die den Alltag mit werkzeugartiger Selbstsicherheit per Vorschlaghammer dirigiert? Wir raten ab. Denn die Idee, sich zum eigenen Projekt zu machen, kommt mit einem Beipackzettel, der länger ist als jeder Baumarktgang. Und will man da durch, muss man das Hamsterrad nehmen, auf dem Weg zum Gipfel der finalen Versionen. Ganz schön voll hier, merkt man dann. Und sieht zum Glück nicht, dass es womöglich kein Gipfel ist, sondern das Basislager von Erika Mustermann.