Mängelexemplar, eindeutig. Könnte man Hirn bei Amazon kaufen, die Bewertungen zu lesen wäre Premium-Entertainment. Man würde es nicht kaufen. Denn es kommt mit einer enzyklopädischen Mängelliste, die das Alphabet einmal mindestens frühstücken kann. A – Attributionsfehler, B – Bestätigungsfehler, C – Confirmation Bias, u get it. Es kaschiert und affirmiert und projiziert heiter bis heftig da oben; die Welt wird verzerrt, widewidewie, wie sie? Sich am besten überleben lässt, natürlich. Und am besten geht das, wenn man AM BESTEN ist. Oder zumindest Better than the average. Oder sich zumindest so fühlt. Also tendiert es zur Selbstüberschätzung, by default, das dissonante Stück. Egal wo, ob im Büro, hinterm Steuer sowieso, man ist zum Glück immer geiler als der Durchschnitt. Und wenn sich trotz aller Widrigkeit der ein oder andere Erfolg hinzubequemt, dann hat man ein sich selbst verstärkendes System, das die persönliche Geilheitsspirale mit jedem Hast-du-aber-fein-gemacht-Häppchen schrittweise gen Hybris schraubt. Also Obacht aufs Wachs. Und gute Nacht, wenn der Faktor „Macht“ hinzukommt. Dann heißt es Regression statt Reflektion. Overconfidence on the rocks. Daher die Empfehlung: Bitte gewinnt keinen Nobelpreis; die Wahrscheinlichkeit ist groß, daran zu erblinden. ‘Nobelitis’, diagnostiziert dann der Arzt, und die Geschichte ist voll von Intelligenz-Ikarusen, denen die Nobel Disease das Flügelwachs verraucht und den Wikipedia Eintrag versaut hat. Vermeidet das. Bleibt einfach die beste Version eurer selbst. Hm?
Durchschnittsgeil

