Ach du liebe Reklame, nährender Humus für den Konsum der Menschheit. Dank dir haben wir Ziele, kennen das Schönere, entdecken Bedürfnisse täglich neu! Und welche Ressourcen sich bewegen, was für schillernde Berufe entstehen, bei der unendlichen Unternehmung, die Mittel des einen Ladens auf den anderen umzulenken. Phantasievoll choreografierte Ausdruckskämpfe über das subjektiv Bessere fast identischer Waren. Ach Werbung, du welpenäugige, wozu nur du imstande bist. Wir lassen das. Man kann Gott schlecht vorwerfen, dass die Leute beten. Und Menschen sind weder Bedürfnisbündel noch Reiz-Reaktions-Maschinen und können auch ohne Produkte megahappy sein. Es muss nicht mal umständlich eingeflogen werden, dieses Glück. If you know you know: Das Ausfliegen nörgelnder Bezugsgrößen und Routinen reicht völlig. Welt und Erwartung gucken sich dann entgleist an, sagen: „Na altes Haus, wie krass schaust du denn aus?“ und man ist kurz glücklich. Und wem das Kunststück gelingt, diesen seligen Moment zur Haltung umzubiegen, darf sich als erleuchtet betrachten, sich durchs Leben grinsen und deklamieren: „Wehret Euch und widersteht, den unsichtbaren Kräften der Konformität, der Sehnsucht nach Eindeutigkeit, ergebt euch der Kontrasterfahrung und kauft doch mal bei Norma statt Netto.“ Ihr Endverbraucher.