Und? „Akkus aufgeladen“? Bereit zum Durchstarten? Voller Elan, sober, vegan, auf einem Thron aus Motivation? Gut. Wir schaffen Abhilfe. Denn wer „A“ sagt, muss auch „Äh was?“ sagen und sich als Marionette unterbewusster Impulse betrachten dürfen. Das entlastet und beschwingt und man kann dann uncool staunen und Dinge sagen wie: „Aufmerksamkeit ist die Taschenlampe des Geistes, ihr Banausen. Stellt euer Sendungsbedürfnis auf Empfang!“ Wer das nicht möchte, nimmt Platz auf der Rückbank der Geschichte und lauscht den Worten des Busfahrers Platon: „Werte Fahrgäste, liebes Humankapital: Erwerbsarbeit vernebelt das Hirn! Es ist eine banausische Tätigkeit, sie macht Körper wie Geist untauglich zum Umgang mit den Tugenden und verstellt den Blick auf das Ich!“ Tja, was soll man da machen? Möglichst wenig Stress drumrum. Denn weder Nutzungsbedingungen noch die Betriebsvereinbarung dieses Planeten sehen einen Kalenderzwang vor. Man kann sich also distanzieren von der widernatürlich mechanischen Zeitzerhackung, dem one size fits all but bad – Korsett, der Tyrannei durch Kalender und Uhr. Und stattdessen mit praktisch-elastischen und angenehm subjektiven temporalen Adverbien rumleben: „Neulich, bald, gleich, irgendwann, jetzt“, sowas. Die Zeit bis zum eigenen Ableben lässt sich dann nicht mehr an ein paar Händen abschätzen, sondern man stirbt halt irgendwann. Was völlig anderes. Außerdem: Jahrestage, Jubiläen, Geburtstage, all die künstlichen Stressoren, die wie blinkende Post-its das Jetzt verkleben, weg, von Zauberhand. Also zurücklehnen, sich den Tugenden zuwenden, generell auch grundlos feiern und die Uhrzeit am Gesicht des Busfahrers ablesen. Refreshing.