Tja, was soll man machen, mit den Ohrwürmern des Alltags. Den Sprüngen in der Platte der Debatte. Den Worten, die sich in der Schleife vergessen, bis sie nur noch mit ihrem Echo sprechen. Und will man dann was ausdrücken damit, dann zerdrücken sie das zu Brei. Was macht man damit. Ist doch KLAR! Wir essen einfach BREI! Und schreiben mal einen dieser Ohrwortwümer aus: KREATIVITÄT. Ein Wort, voller Versprechung und noch mehr Versprechern, man wirft es rum wie die Hammerwerfer, dabei ist es ein zartes, scheues Reh. Eines, das nicht weiß, dass es so heißt. Es kommt nicht auf Zuruf in den Vorgarten. Und auch dann nicht, wenn man den Eigenen zum Wald verwildern lässt. Gelegentlich sieht man es aber daneben, wie es heimlich aus der Restmülltonne frisst. Und zu einem mit Rehaugen sagt: HUMAN, hör auf, mich zu stalken. Außerdem will ich anders heißen. Dilemma. Oder Paradoxon. Denn willst du mich finden, musst du dir dein Hirn ausbauen. Deinem Verstand misstrauen. Dich wehren, gegen das Naheliegende, das Berechenbare, das Gefällige und Übliche und Angebliche. Gegen all die beschilderten Trampelpfade und Synapsen-Autobahnen, gegen das Vorstellbare und von selbst Verständliche. Ich leite hier das Reisebüro vom Unvorstellbaren zur Selbstverständlichkeit; und weil heute fast alles selbstverständlich ist, hier eine kleine Anekdote für dich: Bei der Erfindung von Hammer & Nagel war ich dabei. Aber an die meisten Bilder, die man damit aufhängt, kann ich mich nicht so recht erinnern.
rehscheu

