Und, wie war’s? Wenn man so zurückblickt, ins pralle Zwei Fünf? Und der Erinnerung den goldenen Pinsel wegnimmt und einen 3H-Bleistift für sie spitzt? Eigentlich egal. Zwar ist man für sich selbst die Welt, aber für die Welt so relevant wie ein Sack Reis, der noch nicht mal umfällt. Und wenn doch, man würde es auch nicht merken, weil man kein Sack ist, sondern ein Korn. Im Kopf fühlt sich das anders an, zum Glück, sofern denn Zeit zum Fühlen bleibt. Denn das Kalenderwochenleben des zeitgenössischen Büroreiskorns ist durchwebt von Einträgen, die sich mit Wichtigkeit aufplustern, im Rückspiegel aber wie Puffreis verhalten. Am Jahresende weiß man dann nicht, ob man Reis oder Soufflé gegessen hat, aber man war halt satt. Wir gucken nach vorn. Disruptive Selbstreflektion ist nicht gewollt von der Evolution. Und die Highlights der höchstpersönlichen Jahresrückblick-Show sind ohnehin die spontanen Regieeinfälle des Lebens, die Unwuchtungen des Alltags, die Schmetterlinge, die da effektvoll raten: Dudu, Dringendes ist selten wichtig und andersrum. Bitte weniger vornehmen, so dass die Zufälle zunehmen, im Leben – und die kannst du dann deinem Biografen erzählen. Und jetzt Pause. Übergebt euren Leib dem Feiertagsprozess, entfremdet die Sinne vom Bürosound, befreit die Träume vom Teams-Klingelton. Erholt euch gut. Aber nicht zu gut, niemand möchte, dass ihr entrückt erleuchtet oder sonstwie unkontrolliert transformiert im neuen Jahr erscheint und jedes Reiskorn in Frage stellt. CUT.