Planetenoberflächenwitz.

Schon wieder, werden euch diese Zeilen, abermals, in einem einfältig gleichförmigen Fenster kredenzt. Züchtig umrahmt von penetrant geraden Linien, von trostlosen Aufmärschen binär exerzierender Pixel, jeder einzelne mit der Wasserwage auf Linie gepeitscht und auch noch selbst sehr trist parallel. Es ist ein gottlose ästhetische Leere, gerichtet und gezeichnet durch visuelle Knechtschaft der eigenen schöpferischen Dysfunktion. Tragisch. Alle sind Opfer. Es ist eine seelenverwüstende Vorhersehbarkeit. Be prepared: Das Konzept der geraden Linie wird, laut F. Hundertwasser, den Untergang der Menschheit organisieren. Geradeaus ins quadratische Loch. Wie soll man das den Kindern erklären? Here u go: Liebe Lia-Jolie: Wir leben im Zeitalter des Geodreiecks. Der Nadelstreifenepoche. Alles, was das Lineal verlässt, muss man sich leisten können. Die Natur kann das, wir nicht. Es wütet der Neid. Also laufen die Leute frustriert rum, begradigen Flüsse, ebnen Landschaften ein und versiegeln alles mit kubischen Quadern. Dort ziehen sie dann ein, sagen „lichtdurchflutete Wohlfühloase“ oder „unverbauter Ausblick“ und stellen ein Trampolin daneben. Und wenn neue Würfel davor wachsen, wüten sie weiter und begradigen auch ihre Vorgärten mitsamt Rasenkanten und dann ihr Grab und zuletzt den Sarg. Aus Frust, mein Kind. So merke: Die gerade Linie ist eine Brückentechnologie. Wie die Dampfmaschine oder Vokuhilas. Weiter ist man hier noch nicht. Wenn du groß bist, ist das anders und alle lachen über schönere Planetenoberflächenwitze und haben noch lustigere Frisuren. Volahikus, maybe.